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  • Mobil sein ist Gold wert

    Der Rollator nicht nur als Gehhilfe Gold wert @altersweiseSeniorenassistenz Nicht nur in Diskussionen mit meinem Vater, der es mittlerweile vorzieht, lieber gar nicht mehr, als mit Rollator auf die Straße zu gehen, wird deutlich, wie sehr jüngere, ältere und hochbetagte Klient:innen dieses Gefährt schon beinahe verachten. Die Gründe dafür sind vielfältig - meist jedoch läuft es darauf hinaus, dass die Verwendung von Gehhilfen im Allgemeinen und Rollatoren im Besonderen mit Unsicherheit, noch mehr aber einer Scham einhergeht, die Menschen sogar dazu bringt, ihre Eigenständigkeit aufzugeben und ich möchte heute mit diesem Beitrag ein wenig helfen, den Gehhilfen - besonders jedoch dem Rollator ein besseres Image zu verschaffen. Denn aus meiner Sicht der täglichen Seniorenassistenz und Alltagsbegleitung sind diese "Dinger" im Grunde Gold wert! Über die Funktion und "Ausstattung" eines Rollators sind die meisten meiner Klient:innen gut informiert. Sie wissen, dass sie mit dem Gefährt etwas transportieren, sich festhalten und im Notfall hinsetzen können. Was sie nicht wissen, aber behaupten ist, dass sie sich blamieren, wenn sie damit unterwegs sind und dass es ein Zeichen von Schwäche ist, nicht mehr ohne Gehhilfe unterwegs sein zu können. Ich sage Ihnen jetzt, was ein Rollator neben seiner rein technischen Funktion noch ist. ein zuverlässiger Helfer, der immer parat steht und nicht gefragt werden muss, ob er Zeit hat Aufstehhilfe und Gesundheitsförderer ein Begleiter, der vor Stürzen mit teils schweren Verletzungen und Spitalsaufenthalten schützt ein Motivator wieder zu Fuß zu gehen ein schöne-Dinge-Transporter und Lebensfreude Zauberer ein "Anstupser" für die Hilfsbereitschaft der Mitmenschen, falls man ihn z.B. mal in den Bus heben muss und damit Kommunikationsunterstützer und Kontakthersteller ein fixer Sitzplatz in den Öffis, falls die mal überfüllt sind ein Trainingsgerät für die kognitiven Fähigkeiten und Alltagskompetenz ein Pflegeheim und Medikamenten-Hinauszögerer ein Gegenstand, den die Gesellschaft mittlerweile als normal sieht und vor allem im Zusammenhang mit älteren Menschen in den Alltag integriert hat Vor allem aber ist der Rollator der, der Sie "im Leben" hält und Ihnen noch einige Zeit Ihre Gewohnheiten und liebgewonnenen Alltagsaktivitäten ganz eigenständig und selbstbestimmt ermöglicht und glauben Sie mir und meiner Erfahrung auf den Pflegestationen mit bettlägrigen Klient:innen das ist wirklich Gold wert. Nutzen Sie diese Möglichkeit so schnell und solange es geht. Um Hilfe zu bitten, wenn man einmal nicht selber kann, oder möchte, ist immer besser, als auf Hilfe angewiesen zu sein. Falsche Scham, Ängste und Vermutungen und was werden denn die Leute sagen? Sie werden sagen: "Wie schön, sie zu sehen." "Toll, dass Sie noch so viel alleine machen." "Praktisch, so ein Ding."

  • Neue Spezialangebote aus der Erfahrung und dem Herzen gewachsen

    Altersweise ist nicht nur Firmenname sondern Haltung und Philosophie und so sind im Laufe der letzten Jahre meiner Tätigkeit 3 neue Angebote für meine Klient:innen gewachsen, die ich Ihnen auf meiner Webseite unter dem Menupunkt "Angebot" ausführlich vorstelle. Es ist mir ein Anliegen und eine Herzensfreude, mich dem Bedarf und den Bedürfnissen meiner Klient:innen und Netzwerkpartner anzupassen und mit meiner Assistenz- und Begleitungsdienstleistung, sowie meiner Tätigkeit als Übungsleiterin für Seniorensport bestmögliche Unterstützung, Entlastung und ein ergänzendes Angebot zu gestalten. Die neuen Angebote sind als Pakete buchbar und können natürlich, ganz individuell angepasst werden. Sie beschäftigen sich mit Rehabilitation und Eigenständigkeit zu Hause, mit Aktivierung und Bewegung und mit Teilhabenkönnen trotz kognitiver Einschränkungen. Somit stelle ich wieder eine positive Art und Weise des Alterns in den Fokus und freue mich wie immer über Austausch, neue Kontakte, Kommentare, das Weiterleiten und Empfehlungen.

  • Seniorenassistenz - ein neuer Jahresring

    Im Januar beginne ich mein 4. Jahr als selbständige Seniorenassistentin und Demenzbegleiterin in Wien. Ein Weg, der mich gelehrt hat, wie wertvoll Zeit, Hinschauen, Zuhören und echtes Dasein sind und wie wichtig es ist, mit meinem Angebot eine "Lücke" zwischen Betreuung - Heimhilfe- und Pflege zu schließen. Zum Jahresende ist es Zeit für mich Danke zu sagen für die wunderbaren, einzigartigen Begegnungen mit Klient:innen, Angehörigen, Netzwerkpartner:innen, Kolleg:innen und Interessierten aus anderen Berufssparten. Danke für die Möglichkeiten des Lernens, der Fortbildungen und der Gespräche, des Austauschs und der Wertschätzung. Weiter geht es mit großer Freude in meiner Selbständigkeit, die mir ermöglicht, meine Arbeit nach meinen Werten zu gestalten, respektvoll, individuell und mit ausreichend Zeit und mich fachlich und persönlich stetig weiterzuentwickeln. Besonders die vielseitigen Möglichkeiten, ältere Menschen in ihrem eigenen zu Hause zu begleiten ist ein so wertvoller Beitrag, dass Menschen oft länger dort bleiben können, Lebensqualität erhalten, oder verbessern, Fähigkeiten länger aufrecht erhalten und damit Angehörige und das Pflegesystem länger entlastet werden. Oftmals ist es aber auch Rehabilitation für Menschen die auf Grund körperlicher oder kognitiver Einschränkungen den Rückzug gewählt und vieles nicht mehr gemacht haben, was früher Teil ihres Lebens war. Sensibilisierung des Umfeldes, Sicherheit schaffen, durch körperliche Stabilität, Hilfsmittel nutzen, Wiederholung, Begleitung ohne Bevormundung und Vertrauen schaffen in die Ressourcen, sind immer wieder wertvolle Werkzeuge dabei. Ein Grundsatz meiner Tätigkeit, wie ihn ein Klient formuliert hat: "Du hältst mich "im" Leben und das ist gut." Ich freue mich über neue Klient:innen, aber auch über Austausch, Impulse und Vernetzung mit Menschen, die sich ebenfalls für ein würdevolles Älterwerden und eine achtsame Begleitung einsetzen. Somit wünsche ich uns allen ein gutes neues Jahr und viel Freude und Sinn in unserem "Arbeits-Alltag".

  • Personenbetreuung für Senioren - so viele Angebote gibt es

    Seniorenassistent:innen, Seniorencoaches, Seniorentrainer:innen, Gesellschafter:innen, Demenzbegleiter:innen und viele mehr, habe ich bereits bei Veranstaltungen, Grätzltreffen und Ausbildungen kennengelernt. Sie arbeiten wie ich selbständig, als Einzelunternehmer:innen, Netzwerker:innen, oder bei einer Vermittlungsagentur. Viele mit pflegerischem Backround, auch einige Quereinsteigerinnen so wie ich. Das was uns verbindet, ist neben unserer Freude am Umgang mit alten Menschen und einen Beitrag zur Prävention und Entlastung der Pflegesituation in Heimen zu leisten, Angehörige zu unterstützen, Lebensqualität und Eigenständigkeit zu fördern und zu erhalten, leider auch die Tatsache dass die wenigsten wissen, dass es diese Form der Alltagsunterstützung und Begleitung gibt. So ist zumindest meine Erfahrung, wenn ich meine Tätigkeit im beruflichem, oder privaten Kontext vorstelle. Die meisten, die sich schon einmal mit dem Thema Betreuung oder Pflege im Alter als Angehörige, oder für sich selbst beschäftigt haben, kennen die 24h Stunden Betreuung, die Heimhilfen verschiedener Einrichtungen und Tageszentren in den Pflegeheimen. Sie sind erstaunt, dass es auch noch andere offizielle, seriöse und professionelle Möglichkeiten gibt, sich eine Unterstützung im Alltag zu holen. Ja, es ist exklusiver und sehr individuell, was hier an Leistungen erbracht wird und der finanzielle Aspekt ist für manche eine Hürde, da es keine Förderung bzw. Zuschuss für die Ausgaben gibt. Aktuell können das Pflegegeld im Falle einer Pflegestufe und manche Pflege- Zusatzversicherung eine Entlastung schaffen. Dennoch gibt es (immer mehr) Menschen, die unsere Dienstleistung in Anspruch nehmen. Wir sind Betreuungskräfte, die stundenweise, regelmäßig, langfristig, oder ganz nach Bedarf, zu fixen Terminen, mit ausreichend Zeit und sehr individuellem Angebot und Tätigkeiten nach den Vorstellungen des Auftraggeber:in zu den Klient:innen nach Hause, oder auch ins Pflegeheim kommen und einige Erfahrung und Ausbildungen in den verschiedensten Bereichen mitbringen. Als selbständige Unternehmer:innen sind wir Mitglied der Fachgruppe Personenberatung und -betreuung und wir belegen unsere Professionalität und Seriosität zusätzlich, wenn nötig, mit Strafregisterauszügen, Erste Hilfe Kursen, Kostentransparenz, Infoveranstaltungen, Webseiten, Netzwerken und öffentlichen (Social Media) Auftritten, Kundenbewertungen, Projekten, Zeitungsberichten, genauer schriftlicher Abrechnung und allem was für den Aufbau eines Vertrauensverhältnisses hilfreich sein kann. (Ich schreibe obigen Absatz bewusst, weil manchen Menschen tatsächlich in dieser Hinsicht noch ein gewisses Misstrauen und eine manchmal zweifelhafte Vorstellung innewohnt) Nutzen Sie das vielseitige Angebot und finden Sie eine für Sie und Ihren Lebensalltag passende Begleitung, Hilfe und Unterstützung im Alter. Individuelle und liebevolle Begleitung ist leistbar.

  • Gut geregelt und vorgesorgt mit Weitblick

    Gerade habe ich die Brille einer Klientin zum Optiker gebracht - der Bügel ist abgebrochen und musste "geflickt" werden. Der Optiker meint, die Brille sei schon in die Jahre gekommen und ob die Dame nicht einmal wegen einer neuen zu ihm kommen möchte...? Leider ist das nicht (mehr) möglich, die Klientin ist an Demenz erkrankt, verwirrt in Zeit, Ort und Situation und leider ist ein Sehtest ohne große Aufregung nicht mehr machbar und wohl mit einem eher mangelhaftem Ergebnis zu rechnen. Hin und wieder wäre es schön, mit ihr ein paar Fotos von früher anschauen, oder Zeitung lesen zu können, was einige Menschen mit Demenz durch das lang Gelernte und oft gemachte noch gut können würden. Aber leider ist die Sehkraft zu sehr eingeschränkt, ohne Brille keine Chance. Diese Situation ist in meinem Berufsalltag stellvertretend für so viele Dinge, die meine Klient:innen selbst, oder Angehörige aufgeschoben, oder für nicht so wichtig erachtet haben und nun eine zusätzliche Belastung, Einschränkung und Verminderung der Lebensqualität im ohnehin schon schwer, oder zumindest anders gewordenen Alltag darstellen. Irgendwann kommt die Zeit, vor allem bei Menschen mit Demenz, aber auch bei körperlichen Beschwerden, wo Arztbesuche, Einkäufe, Anproben und Erklärungen schwierig werden. Im Falle einer Demenz kann der/die Betroffene sich nicht mehr äußern, ob die schmerzende Zahnprothese schuld daran ist, dass das Essen verweigert wird, oder "aufforderndes" Verhalten auslöst, oder ob etwas anderes der Grund ist. Die Zahnprothese hätte längst unterfüttert, oder besser angepasst werden sollen, um ohne Schmerzen gut essen zu können. Passende Schuhe und zwar für jede Jahreszeit und angenehme Hausschuhe, Socken oder anderes für drinnen, die der Mensch mit Demenz am Besten schon kennt, oder ein paar mal anhatte und selbst probieren konnte.... Der geliebte Spaziergang ist nicht mehr machbar, auch nicht im Rollstuhl, wenn die Ausrüstung fehlt, oder das Anziehen auf Grund der falschen Größe nicht geht. Kleidung, die angenehm zu tragen ist, passt und ausreichend vorhanden ist, wie z.B. Socken und Unterhemden ..... Eine gepackte Tasche für ungeplante Spitalsaufenthalte, Toilettentasche und ein Medikamentenplan, sowie Kopien wichtiger Befunde. Eine To do Liste für Angehörige, Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung, Testament, oder einfach ein Handlungsleitfaden, ein schriftlich festgehaltener Wunsch über das Vorgehen im Falle, dass man nicht mehr selbst entscheiden kann, Gespräche mit Angehörigen, Interesse an unseren älteren Mitmenschen und Angehörigen, um Gewohnheiten und Vorlieben zu kennen, wissen, wo etwas zu Hause aufbewahrt wird, oder über Abneigungen und Schwierigkeiten Bescheid zu wissen und das wenn notwendig Pflege- und Spitalsmitarbeitern mitteilen zu können, um den Umgang zu erleichtern und die Versorgung bestmöglich anpassen und umsetzen zu können. So oft erlebe ich für alle stressige, manchmal würdelose und sehr herausfordernde Situationen, die man vermeiden kann. Gerne besuche ich Sie und Ihre Angehörigen zu Hause oder veranstalte Infoabende in Ihrem Umfeld (Vereine, Seniorengruppen, Nachbarschaften, Grätzel etc.) als Austausch über genau diese Dinge, die wichtig sind, oder werden können.

  • Herbstlich(t)

    Ja, es wird kälter, dunkler, grau und nebliger im Herbst - auch im "Lebensherbst" meiner Altersweisen. Aber da ist auch immer wieder dieses wunderbare Licht..... Meine Klient:innen befinden sich in den unterschiedlichsten Phasen des Alters - vom frischgebackenen Senior:in bis zur hochaltrigen Junggebliebenen- und den damit verbundenen persönlichen, gesundheitlichen und gesellschaftlichen Themen, Herausforderungen, aber auch Freuden im Augenblick und tiefer Bewusstheit über die Endlichkeit des Lebens. In diesen Phasen darf ich meine Klient:innen begleiten, oft genug in großer Freude, dankbar, aber auch demütig gegenüber der Lebenszeit und Haltung dieser Menschen, die sie geformt, geprägt und zu wunderbaren Mentoren gemacht hat. So sonnen wir uns gemeinsam in diesem goldenen, seelenberührenden Licht. Meine Klient:innen lassen Schmerzen, Krankheit, Verlust, Kummer und Trauer für diesen Moment hinter sich und schmieden Pläne für den kommenden Winter und ja, sogar für den Frühling und Sommer. Warum nicht mit 86 Jahren wieder zum Kieser Training gehen, mit 90 Jahren die Terrasse umgestalten und das Wohnzimmer neu einrichten. Ein Urlaub mit Freunden ist mit Ende 70 genau so selbstverständlich wie mit Anfang 20 und mit 97 Jahren kann man sich endlich einmal neue Kleidung und die coolen Schuhe aus dem Schaufenster kaufen und ja, die Gartenmöbel, die wir gerade gemeinsam eingewintert haben, werden wir im Frühsommer gemeinsam wieder aus dem Keller holen. Diese Pläne gemeinsam umzusetzen, für gültig erklären, ganz selbstverständlich und ohne zweifeln und zögern betreffend das Alter, die körperlichen Einschränkungen und begrenzten Möglichkeiten, fühle ich als eine meiner wichtigsten "Aufgaben" als Seniorenassistentin. Denn oft genug haben meine Klient:innen mich gelehrt, wie viel noch geht, was alles trotzdem möglich ist, wie der Wille Berge versetzt, wie wichtig die eigene, erlangte Lebenshaltung ist dafür, wie man mit allem, was das Alter mit sich bringt umgeht und wie die Zuversicht in den Himmel wachsen kann, wenn man Unterstützung hat und das Leben nicht (mehr) alleine schaffen muss, wenn man das nicht kann oder möchte. Und im nächsten Herbst, werden wir wieder hier stehen, an diesem wundervollen Platz und uns über nichts freuen, als über das schöne Herbstlicht.

  • Mach`s gut Frieda

    Abschied Der Anruf war kurz und im Grunde keine Überraschung: " Hallo, ich muss ihnen leider mitteilen, dass Frau T. letzte Nacht verstorben ist. Ihr Auftrag endet damit und die Familie hat alles Weitere übernommen. " So die Worte der gerichtlichen Erwachsenenvertreterin, die sich bisher um Frieda gekümmert und mich beauftragt hat, sie regelmäßig im Pflegeheim zu besuchen. Ein knappes Jahr haben wir uns einmal pro Woche für ein paar Stunden gesehen und eine gute Zeit verbracht, mit Dingen, die Frieda gerne mochte und noch tun konnte und gern mochten wir beide uns auch. Emotional gut abgegrenzt, reflektiert, ausgebildet und wohl wissend, dass die Menschen die ich begleite, im letzten Lebensabschnitt angekommen sind und diese Erde oft von heut auf morgen verlassen, beschleicht mich dennoch ein Gefühl der Traurigkeit und es fühlt sich komisch, ja nicht real an, dass sie jetzt "einfach weg" ist. Es ist nicht nur der Mensch, der fehlt. Eine Lücke entsteht, eine Gewohnheit und Vertrautheit die nicht mehr da ist und das berührt und macht traurig. Wie wichtig ist es, diesen Moment und die Gefühle zuzulassen und vielleicht auch ein Ritual, eine Geste zu finden, in der man den Menschen liebevoll verabschieden kann? Denn liebevoll und zugewandt war auch stets mein Umgang im Leben mit ihr, weshalb der Abschied für mich nicht hoch professionell, ohne Weiteres stattfinden kann. Es geht auch darum, was diese Situation mit mir, mit uns als Betreuende und Pflegende macht. Ein Bild, eine Kerze und Blumen an einem bestimmten Platz auf meinem Balkon und ein paar Minuten Zeit zum Innehalten, das ist mein "Abschiedsritual". Ich weiß, jede:r hat einen anderen Umgang damit, meist gibt es kleine Zeremonien für alle auf der Station. Und doch darf man seinem persönlichen Gefühl und Bedürfnis nachgeben, was auch immer da ist, auch und vor allem im Kontext des Pflegealltags auf der Station. Vieles muss dort professionell ablaufen, nach Modellen, Vorgaben und Routinen. Trauern, oder sich verabschieden nicht - das bleibt individuell. Es soll Zeit und Raum haben und sein dürfen, denn vor allem wenn wir mit Menschen "arbeiten" sollten wir in diesem Zusammenhang in erster Linie zutiefst menschlich sein und handeln (dürfen) und erst dann professionell im Sinne von Ausbildung, Routinen und Vorgaben. Für mich eine sehr wertvolle Erfahrung - ist Frieda doch die Erste meiner Klient:innen, die gegangen ist. So wie ich sie erlebt habe, so wie sie war, hatte sie einfach genug, nach über 90 Jahren Erdenleben und das darf sein. Mach´s gut Frieda und danke für unsere gemeinsame Zeit!

  • Naturdeko by Frieda

    Wenn es zu kalt oder regnerisch ist, dann können Frieda und ich nicht nach draußen gehen, denn schnell friert sie im Rollstuhl sitzend und nass werden wollen wir schon gar nicht riskieren. Doch sobald es warm genug und im besten Fall noch sonnig ist, machen wir unsere Runde im Garten und angrenzenden Park und ich sammle für sie, was es eben auf dem Boden, auf der Wiese, Bäumen und Sträuchern an interessantem Dekomaterial zu finden gibt. Frieda ist 92 und dement. Sie nimmt das Leben wie es ist, klagt manchmal über Schmerzen vom vielen Sitzen, plaudert gern und kommt mit den anderen recht gut aus, es sei denn jemand weicht auf dem Gang nicht aus, wenn sie sich mit dem Rollstuhl am Handlauf entlang vorwärts bewegt, dann kann sie schon einmal "goschert" werden. Frieda isst und trinkt leidenschaftlich gern und das am liebsten mit den Fingern und nicht mehr ganz gesellschaftsfähig, wie man meinen möchte. Aber selbstverständlich gehe ich mit ihr ins Caféhaus im Pflegeheim, denn das ist etwas, was sie gerne tut und sie auch in ihren Fähigkeiten und Sozialkompetenz bestärkt. Sie ist durchaus in der Lage, mit den vor ihr stehenden Getränken umzugehen und nur im äußersten Notfall greife ich ein, falls die gesamte Ladung Schlagobers vom Cappuccino die sie auf dem langstieligen Löffel in Richtung Mund balanciert droht, auf ihr hübsches Pailetten-Oberteil zu rutschen. Ich empfinde es eher als sinnlich und spielerisch hingebungsvoll, manchmal beinahe gierig, als hätte sie Angst nie mehr so etwas Gutes zu bekommen und wenn was daneben geht, kann man es abwischen, die Serviette nehmen, oder sich die Finger einfach abschlecken. Na und? Wenn ich Frieda etwas zum "Basteln" in die Hand gebe, dann ist es eben diese Hingabe die sie mit ihren knochigen und etwas steif gewordenen Fingern Gänseblümchen, Gräser, Zapfen und Blätter so ineinander stecken, anordnen, oder festhalten lässt, dass jedes Mal ein kleines Deko-Kunstwerk entsteht, dass sie mit einem Glänzen in den Augen betrachtet und es ist ganz frei, kreativ und ohne Zutun entstanden, so wie sie es eben gerade machen wollte. Beim letzten Besuch habe ich ein wenig geholfen und die "Zapfengirlande" hat dann ihren Rollstuhl geschmückt. Du hast ein Auge für´s Schöne Frieda - ganz im Sinne von "man sieht nur mit dem Herzen gut" denke ich bei mir und freu mich schon auf unseren nächsten Spaziergang.

  • "Elli übt"

    Blog-Geschichte Altersweise "Elli übt" "Hallo Elli, ich bin wieder da!" Das ist immer meine Begrüßung, wenn ich das Zimmer meiner Klientin im Pflegeheim betrete und um`s Eck zu ihr schaue. Elli liegt im Bett und schaut zu dem was sich in ihrer Welt, oben an der Decke abspielt und erst als ich näher trete, mich in ihr Blickfeld bringe, sie nochmals anspreche und dabei vorsichtig am Arm berühre, merke ich an ihrem Blick, und ihrer Mimik, einem kleinen Zwinkern, Nicken, oder Lächeln, dass sie mich erkannt hat, spürt und hört, dass ich da bin. Wie immer hole ich den Stuhl und setz mich zu ihr ans Bett. Dabei spreche ich laut vor mich hin, was ich gerade tue, erzähle Elli von draußen und stelle ihr Fragen, wie zum Beispiel, ob ich sie ein wenig aufsetzen darf, damit wir uns besser sehen und unterhalten können und betätige dabei langsam und in Etappen die Tasten des elektrischen Pflegebetts. "Endlich ist es wärmer geworden Elli und ich mach die Balkontür auf, damit frische Luft und das Leben von draußen reinkommen." Sie plaudert munter vor sich hin und ich glaube, wir verstehen uns recht gut, auch wenn es keine Wörter und Sätze unseres Sprachgebrauchs mehr sind, die Elli spricht. Nach einer Weile hole ich wie immer den Ball aus dem Nachttisch, den ich Elli damals noch zu Hause mitgebracht habe, um ein wenig Gymnastik und Übungen für die Kräftigung der Finger, Beweglichkeit und Anregung der Durchblutung zu machen. Elli bewegt sich selbst gar nicht mehr viel. Seit sie im Bett liegt, kann sie nicht mehr aufstehen und ist auf die Hilfe und Lagerung durch die Pflegerinnen angewiesen. "Gleich gibt es Abendessen Elli und vielleicht machen wir vorher noch ein wenig Bewegung?" Mit diesen Worten zeige ich ihr den Ball und lege ihn in ihre Hand. Sie kennt ihn bzw. das Gefühl ihn zu halten, hochzuheben, (nicht) fallen zu lassen, oder ihn in die andere Hand zu geben und so entsteht Ellis ganz eigene kleine Gymnastik, manchmal sogar, während sie nebenbei auf den Fernseher schaut und die bekannten Stimmen und Gesichter ihrer Lieblingssendung erkennt, oder aus der geöffneten Balkontür schaut und Geräusche und Menschen draußen wahrnimmt. Wunderbar zu sehen, dass Elli eben doch noch "da" ist, auch wenn es nur Augenblicke sind. Und dann ist schon Zeit zum Abendessen und ich räume den Ball zurück in die Schublade. Bis zum nächsten Mal, wenn Elli mag.

  • Seniorenassistenz - was ist das eigentlich?

    Zu Beginn eine kurze Erklärung, was die Bezeichnung Assistenz im Zusammenhang mit meiner Tätigkeit bedeutet. Die Assistenz setzt voraus, dass ein selbst definierter Auftrag oder Wunsch eines Klient:in vorhanden ist, für den sie oder er Hilfe bei der Durchführung oder Umsetzung benötigt. Assistenz ist Unterstützung und Begleitung, nicht aber Pflege, Therapie oder Vorgabe, was zu tun, oder wie sich zu verhalten ist. Seniorenassistenz konkret ist eine Form der „Betreuung“ von eigenständigen, körperlich und geistig weitgehend gesunden Senior:innen im eigenen Zuhause oder Wohneinrichtungen, Wohngemeinschaften, oder anderen Wohnformen. Sie ist eine Begleitung im Alltag, bei speziellen Themen und Angelegenheiten, Projekten und Aktivitäten und dient dem Erhalt der Eigenständigkeit und dem Verbleib daheim, so lange wie möglich, sowie der Entlastung von Angehörigen und oftmals auch von Pflegediensten, deren Dienstleistung in manchen Fällen (noch) nicht notwendig ist. Die Seniorenassistenz ermöglicht eine sehr individuelle, exklusive, stundenweise Begleitung mit ausreichend Zeit , zu fix vereinbarten Terminen, mit der immer gleichen Person. Die Kosten trägt der Klient:in selbst. Dieses Wissen über die Tätigkeit ist wichtig, wenn Sie die Überlegung anstellen, eine Seniorenassistent:in zu engagieren, damit keine Erwartungen enttäuscht werden und ein gutes Miteinander gelingen kann.

  • Liebevoll zugewandt

    Heute erzähle ich wieder ein wenig von meinem Herzensthema Demenzbegleitung, einem Teil meiner Tätigkeit in dem ich besonders schöne Erlebnisse mit meinen Klient:innen habe. Lustig, berührend und immer liebevoll zugewandt. Den Menschen für gültig erklärend, wie es unter anderem ein wichtiger Grundsatz in der Validation nach Naomi Feil ist. Für mich ist es im Umgang mit meinem Gegenüber immer ein Grundsatz, zu versuchen, den Menschen zu sehen, so wie er in diesem Moment ist. Häufig erzählen mir Angehörige von den scheinbar unglaublichsten Dingen und sehr verwirrenden Verhaltensweisen, die ein Mensch mit Demenz in ihrem täglichen Zusammenleben an den Tag legt. Wir kennen alle die Geschichten von Schuhen im Backofen, ständiger Suche nach allen möglichen Gegenständen, vergessenen Terminen, orientierungslos Umherirrenden, Menschen die ständig "nach Hause" gehen wollen, obwohl sie dort sind und scheinbar endlosen Wiederholungen von Geschichten von früher, oder ständigem Fragen nach Dingen, die man gefühlt schon hundertmal wiederholt hat. Horten von Lebensmitteln in Schubladen, seltsame Kleidungsstile und der Besuch von "der Mama" oder anderen Verwandten, die schon längst nicht mehr leben.... Warum das alles in Frage stellen, für komisch befinden, den Menschen rügen, belehren oder gereizt werden? Kein an Demenz Erkrankter macht etwas von diesen Dingen, um uns zu ärgern. Niemals dürfen wir ein Verhalten persönlich nehmen, denn so ist es nicht gemeint. Wir können den Menschen nicht zurück in unsere Realität holen, sondern besuchen ihn in seiner Welt und dort ist alles richtig, so wie es ist. Es ist, wie es ist . Dies ist meine innere Haltung im Umgang mit Menschen mit Demenz, die es mir sehr leicht macht, nicht die Geduld zu verlieren, den Kopf zu schütteln, etwas korrigieren zu wollen ....... Das fällt mir als Außenstehende natürlich leichter, weil ich keine gemeinsame Vergangenheit, eine Familiengeschichte, zerstörte Zukunftspläne oder schwierige Themen mit dem Menschen mit Demenz habe. Ich erlebe ihn oder sie so, wie sie jetzt ist und lasse mich auf sie ein. Verbringe die Zeit ganz nach den persönlichen Bedürfnissen, Fähigkeiten und unter Nutzung der Ressourcen die jeder Mensch mitbringt. Das kann man lernen und sich einiges theoretische Wissen zum Thema Demenz aneignen, das so wichtig ist, um alles besser zu verstehen und dazu biete ich Einzelgespräche, Infoveranstaltungen und Angehörigengruppen an, um das Zusammenleben etwas zu erleichtern und zu entlasten, indem ich aus meiner täglichen Arbeit erzähle, wir uns austauschen und ich die Meschen mit Demenz und ihre Angehörigen zu Hause in ihrem Alltag begleite.

  • Wertvolle Literatur

    Wunderbare Fachliteratur von Erwin Böhm. Wie wichtig es ist, dass ältere Menschen so lange wie möglich eigenständig und vor allem im eigenen zu Hause bleiben können, erlebe ich jeden Tag mit meinen Klient:innen in den unterschiedlichsten Lebenssituationen. Ich motiviere alle meine Klient:innen so viel wie möglich an alltäglichen Aktivitäten wie z.B. Rituale am Morgen oder Abend, Einkaufszettel schreiben, telefonieren, kochen, Post und Ablage erledigen, am Computer arbeiten, Büroarbeiten, Bank- und Behördenangelegenheiten etc. selbst zu erledigen. Bitte nicht zu viel bemuttern und entlasten ist hier meine Devise. Dabei sorge ich für Infos, ein funktionierendes "Rundum" und nötige Unterstützung und wo immer machbar, wird damit Wissen, Handlungen und vor allem Emotionen aus dem "Altgedächtnis", wie es Erwin Böhm beschreibt re-aktiviert. Die Beobachtung und regelmäßige Begleitung über einen längeren Zeitraum zu Hause erleichtert es, meine Klient:innen richtig einzuschätzen, damit sie machbare Tätigkeiten fordern und nicht überfordern und körperliche und geistige Fähigkeiten gefördert, oder sogar re-aktiviert werden. In abgewandelter Form ist das Model von Erwin Böhm auch häufig nach längeren Spitals- oder Reha-Aufenthalten (sinngem. Übergangspflege) ganz wunderbar geeignet, um den älteren Menschen wieder zu Hause ankommen und Sicherheit finden zu lassen.

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