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Mobil sein ist Gold wert

  • Autorenbild: Katja Schmidt
    Katja Schmidt
  • 7. Feb.
  • 2 Min. Lesezeit
Der Rollator nicht nur als Gehhilfe Gold wert @altersweiseSeniorenassistenz
Der Rollator nicht nur als Gehhilfe Gold wert @altersweiseSeniorenassistenz

Nicht nur in Diskussionen mit meinem Vater, der es mittlerweile vorzieht, lieber gar nicht mehr, als mit Rollator auf die Straße zu gehen, wird deutlich, wie sehr jüngere, ältere und hochbetagte Klient:innen dieses Gefährt schon beinahe verachten.

Die Gründe dafür sind vielfältig - meist jedoch läuft es darauf hinaus, dass die Verwendung von Gehhilfen im Allgemeinen und Rollatoren im Besonderen mit Unsicherheit, noch mehr aber einer Scham einhergeht, die Menschen sogar dazu bringt, ihre Eigenständigkeit aufzugeben und ich möchte heute mit diesem Beitrag ein wenig helfen, den Gehhilfen - besonders jedoch dem Rollator ein besseres Image zu verschaffen.




Denn aus meiner Sicht der täglichen Seniorenassistenz und Alltagsbegleitung sind diese "Dinger" im Grunde Gold wert!

Über die Funktion und "Ausstattung" eines Rollators sind die meisten meiner Klient:innen gut informiert. Sie wissen, dass sie mit dem Gefährt etwas transportieren, sich festhalten und im Notfall hinsetzen können. Was sie nicht wissen, aber behaupten ist, dass sie sich blamieren, wenn sie damit unterwegs sind und dass es ein Zeichen von Schwäche ist, nicht mehr ohne Gehhilfe unterwegs sein zu können.

Ich sage Ihnen jetzt, was ein Rollator neben seiner rein technischen Funktion noch ist.

  • ein zuverlässiger Helfer, der immer parat steht und nicht gefragt werden muss, ob er Zeit hat

  • Aufstehhilfe und Gesundheitsförderer

  • ein Begleiter, der vor Stürzen mit teils schweren Verletzungen und Spitalsaufenthalten schützt

  • ein Motivator wieder zu Fuß zu gehen

  • ein schöne-Dinge-Transporter und Lebensfreude Zauberer

  • ein "Anstupser" für die Hilfsbereitschaft der Mitmenschen, falls man ihn z.B. mal in den Bus heben muss und damit Kommunikationsunterstützer und Kontakthersteller

  • ein fixer Sitzplatz in den Öffis, falls die mal überfüllt sind

  • ein Trainingsgerät für die kognitiven Fähigkeiten und Alltagskompetenz

  • ein Pflegeheim und Medikamenten-Hinauszögerer

  • ein Gegenstand, den die Gesellschaft mittlerweile als normal sieht und vor allem im Zusammenhang mit älteren Menschen in den Alltag integriert hat


Vor allem aber ist der Rollator der, der Sie "im Leben" hält und Ihnen noch einige Zeit Ihre Gewohnheiten und liebgewonnenen Alltagsaktivitäten ganz eigenständig und selbstbestimmt ermöglicht und glauben Sie mir und meiner Erfahrung auf den Pflegestationen mit bettlägrigen Klient:innen das ist wirklich Gold wert. Nutzen Sie diese Möglichkeit so schnell und solange es geht. Um Hilfe zu bitten, wenn man einmal nicht selber kann, oder möchte, ist immer besser, als auf Hilfe angewiesen zu sein. Falsche Scham, Ängste und Vermutungen und was werden denn die Leute sagen? Sie werden sagen: "Wie schön, sie zu sehen." "Toll, dass Sie noch so viel alleine machen." "Praktisch, so ein Ding."


 
 
 

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