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Mit Hammer und Amboss

  • Autorenbild: Katja Schmidt
    Katja Schmidt
  • 23. Juli
  • 1 Min. Lesezeit

"G´lernt is g´lernt" sagt mein knapp 90jähriger Klient Karl und strahlt mich dabei an. Gemeinsam stehen wir in seiner Werkstatt und ich schau zuerst und probier dann auch, unter Anleitung des gelernten Fahrzeugschlossers aus dem geraden Metallstück ein S zu klopfen. Es macht Freude, Karl dabei zuzusehen, aber auch zu spüren, wie (meistens) gerne er das gemacht hat und wie stolz er ist, dass er es mir erklären kann. Motorik, kognitive Fähigkeiten und Geschicklichkeit werden nebenbei trainiert und die Ausübung eines Handwerks, oder alltäglichen Tätigkeit von früher wird von den meisten meiner Klient:Innen mit Demenz oft viel lieber gemacht und nicht als "Spiel" betrachtet wie Rätsel, Gedächtnistraining oder Ähnliches. Das Gefühl tätig zu sein, etwas Sinnvolles zu tun, einen Beitrag zu den alltäglichen Aufgaben zu leisten, jemandem eine Freude zu machen, oder gar zu entlasten. Etwas noch zu können, ist für Menschen die mit Einschränkungen, Vergessen und Verlusten leben müssen oft das Beste, um mehr Lebensqualität und Freude, oder einfach nur Gewohntes und somit einen Anker in den Tag zu bringen. Und deshalb geht es daran gemeinsam zu Bügeln, Geschirr zu spülen, Schuhe zu putzen, im Garten zu ernten, Blumen zu gießen, Kartoffeln zu schälen und was auch immer früher ohne Weiteres gemacht wurde. Oft Wiederholtes, früh Gelerntes, oder auch das, was (uns) als Kinder "eingetrichtert" wurde: Keine Kerze brennen lassen, den Herd ausschalten, die Messer sind scharf, Vorsicht auf der Straße ....... sitzt und kann mit Vertrauen, guter Einschätzung, ausreichend Zeit, Geduld und Hilfestellung hinterlegt, eine wunderbare Bereicherung für uns alle sein.

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